Äußere Harmonie
Jede äußere Gestaltung unterliegt den Grundregeln visueller Ordnung.
Diese Regeln sind zeitlos und unabhänig vom Geschmack, Stil oder Mode.
Harmonie bei der Frisurengestaltung kann entstehen, wenn gestalterische
Zusammenhänge erkannt und angewandt werden. Dies kann auch intuitiv geschehen,
jedoch sind solche Entscheidungen immer das Ergebnis vorangegangener
visueller Erfahrung.
Die Aufgabe des Friseurs ist es, die Gesamterscheinung seines Kunden
mit Hilfe dessen Frisur in die gewünschte Balance bzw. in Ausgewogenheit
zu bringen.
Die Hauptzusammenhänge sind:
- Frisurenform zur Kopf- und Körperform,
- Frisurenfarbe zur Hautfarbe
- und Frisurenstruktur zu den Formen und Strukturen des Gesichtes.

Formzusammenhänge
Durch eine asymmetrische Frisur kann eine auffällige Gesichtsformen
( zum Beispiel bei einem sehr runden Gesicht ) enttont werden.
Ebenso können sehr markante Gesichtsformen durch Verdeckung kaschiert werden.
Unvorteilhafte Gesichtspatien (starkes Kinn) können durch die
Verlagerung der Proportion der Frisur ausgeglichen werden etc.
Farbzusammenhänge
Die Beschaffenheit der Haare und die Farbe des Lichtes (Sonnenlicht,
Abenddämmerung, Neonlicht etc.) sind für die Farbwahrnehmung verantwortlich.
Jeder Mensch nimmt objektive Farbeigenschaften mit seiner eigenen,
subjektiven Sehweise, Erfahrung, Veranlagung und Stimmung innerlich wahr.
Es gibt keine "guten" oder "schlechten" Farben! Gestalten mit Haarfarben
bedeutet das Auffinden des passenden Farbtones, der passenden Farbtemperatur,
und das gezielte Verstärken bzw. Abschwächen der Farbhelligkeit und der
Farbreinheit (der Intensität).
Erst im Kontrast zu einer anderen Farbe läßt sich die Qualität und
Wertigkeit einer Farbe begutachten:
Der Hell-Dunkel – Kontrast
Durch Aufhellen oder Abdunkeln der Haare kann die Wirkung des Gesichtes
betont oder abgeschwächt werden. Hell-Dunkelkontraste unterstützen die
Bewegung, den Rhythmus, die Dynamik und die Räumlichkeit der Frisur.
Dunkle Haare wirken zudem schwer.
Der Kalt-Warm – Kontrast
Eine warme Gesichtsfarbe fordert eine warme Haarfarbe.
Ebenso fordert eine kalte Haarfarbe auch eine kühle Gesichtsfarbe.
Allgemein sollte eine Temperaturgleichheit vorherrschen.
Der Reinheitskontrast
Je reiner die Farbe, um so größer und intensiver ihre Leuchtkraft.
Glänzende bzw. matte Haare können die Farbwirkung verstärken bzw.
abschwächen. Eine intensitive Gesichtsfarbe erfordert in der Regel
eine intensive Haarfarbe.
Strukturzusammenhänge
Bedingt durch seinen inneren Aufbau (Struktur) hat jedes Haar eine
nach außen sichtbare Struktur (Textur). Aus den Formen der Einzelhaare
entsteht Bewegung.
Haarlocken assoziieren Bewegung, Rhytmus und Jugend.
Strähnen unterstützen die Wirkung der Bewegung.
Glatte Haare assoziieren Ruhe und Strenge.
Sich überschneidende Haargruppen betonen die Bewegung und erzeugen
Spannung und Dynamik. Die Wirkung kleiner Locken (viele Bewegungen)
kann bei einem unruhigen Gesicht noch verstärkt werden.
